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Personen

Ravensburger Opernsänger

Während der in Krefeld/Mönchengladbach engagierte Bariton Michael Kupfer und die aus Bergatreute stammende Sopranistin Simone Nold wenigstens alle Jubeljahre mal in Ravensburg auftreten, kann ich mich an einen Auftritt der national und international zur Zeit wohl bekanntesten Ravensburger Künstlerin überhaupt, Manuela Uhl, überhaupt nicht erinnern. Zuletzt habe ich sie hier 1986 als Pamina im Konzerthaus gesehen... (aber vielleicht hab ich's auch einfach nicht mitbekommen). In Karlsruhe, Kiel und an der Deutschen Oper Berlin sang sie bedeutende Rollen, zuletzt (und das heißt in diesem Fall: letztes Wochenende) sehr erfolgreich die Chrysosthemis in „Elektra“. Dass die Berliner Presse die neu aus Kiel zugereiste als „Diva von der Förde“ bezeichnete, war für alle wissenden Oberschwaben natürlich sehr belustigend. Anfangs als „Mitbringsel“ der aus Kiel wechselnden Intendantin in Berlin kritisch beäugt, ist sie beim Publikum der DOB inzwischen durchaus beliebt. Ein längeres Interview aus der Zeitschrift „Orpheus“ ist jetzt online auf Uhls Homepage zu lesen: Link (PDF).

Manuela Uhl
Manuela Uhl als Violetta in "La Traviata"
Foto: Heiner Seemann
(CC-BY-SA 2.0/de)

Da es in Ravensburg seit der Pensionierung von Musikschuldirektor Eistert im Gegensatz zu z. B. Friedrichshafen, Konstanz oder Isny keinerlei eigenproduzierten Opernprojekte mehr gibt, muss man auch ein bisschen reisen, um die lokal tätigen Sänger in Opernrollen zu sehen. Als nächstes gibt das Musiktheater Friedrichshafen viermal die „Zauberflöte“ (Premiere 18.03.2009 im GZH), in der die Ravensburgerin Evelyn Schlude in der Rolle der Königin der Nacht zu erleben ist.

Schulnamen (2)

Wilhelm Hofmann
Heute: Die Wilhelm-Hofmann-Schule in Weingarten. Schon die zum Schuljahresende 2008 aufgelöste Förderschule in Baienfurt hieß Wilhelm-Hofmann Schule. Die Förderschule Talschule in Weingarten hat mit der Zuständigkeit für die bisher Baienfurt zugeordneten Schüler jetzt auch diesen Namen übernommen.

Wilhelm Hofmann (1901–1985) war Volksschullehrer, Hilfsschullehrer und später Rektor der Pestalozzischule in Heilbronn. Später wurde er Professor für Sonderpädagogik.

Hofmann betrachtete die „Hilfsschule“ nicht als Bewahranstalt, sondern ließ das Leistungsprinzip in den Unterricht einfließen. In seiner didaktischen Konzeption der Leistungsschule (1961) bezeichnete er die Hilfsschulpädagogik als „Pädagogik überhaupt“, sah aber keine wesentlichen Unterschiede zwischen Hilfsschülern und Regelschülern. Ein wichtiges Bildungsziel war für ihn die Möglichkeit der Wiedereingliederung in die Regelschule (mit der Förderschule als Durchgangsschule). Dafür forderte er eine individuelle Betreuung und intensive Sprachförderung von Hilfsschülern.

Das heutige moderne Sonderschulsystem mit ausdifferenzierten Schultypen geht auf seine Gedanken zurück. Er war federführend bei der Einführung der Vollausbildung für Sonderschullehrer in Baden-Württemberg.

Link: Portrait auf den Seiten der ehem. Schule in Baienfurt

Schulnamen (1)


In loser Folge sollen hier die Namenspatrone von Schulen in Oberschwaben und am Bodensee vorgestellt werden. Den Anfang macht ein veritabler Ritter. Er verhalf der 1960 erbauten Ritter-Arnold-Schule in Hiltensweiler (heute Stadtteil von Tettnang) zu ihrem Namen.

Ritter Arnold von Hiltensweiler ist ein historisch verbürgter Klosterstifter des 12. Jahrhunderts, der in Hiltensweiler und Umgebung als Heiliger verehrt wird (Festtag ist der 1. Mai). Eine angebliche Teilnahme an einem Kreuzzug ist nicht nachweisbar. Aus der von ihm und seiner Gattin Junzela gestifteten Propstei erwuchs das nahe Kloster Langnau, das 1786 aufgelöst wurde.

In Hiltensweiler findet man seinen Namen allerorten, von der genannten Grundschule über die Ritter-Arnold-Straße bis zum Ritter-Arnold-Saal, dem lokalen Veranstaltungsraum. Die Pfarrkirche verwahrt in einer Nebenkapelle seinen Leichnam (gut sichtbar im Glassarg). Zwei Deckengemälde und zwei Statuen in der Kirche zeigen den Ritter ebenfalls.

Links:
Biographie in der Wikipedia
Bilder bei Commons
Pfarrkirche St. Dionysius in Hiltensweiler und Kloster Langnau – ausführliche Website
Informationen zur Schule

Erinnerungskultur

Da schreibt ein Ravensburger Lateinlehrer ein Lehrbuch, das sogar Shakespeare kennt und nutzt. Von einem besoffenen Küfer wird er beim Frauentor zu Tode geprügelt. Bis heute wird er nicht mal mit einem Straßennamen geehrt, in Ravensburg kennt den Namen daher kein Mensch. Des Rätsels Lösung:

Johannes Susenbrot

Klar, in Ravensburg sind Straßen natürlich viel sinnvoller nach ausgewiesenen Rassisten (Petersweg), Demokratiefeinden (Hindenburgstraße) oder völkischen Kitschiers (H.-Löns-Weg) benannt.

Ehemalige Lateinschule
Ehemalige Lateinschule in Ravensburg (Marienplatz)

Zeitzeuge: Monsignore Robert Mayer

Der 93jährige ehemalige Ravensburger Stadtpfarrer und Dekan erzählt, vor allem aus dem Friedrichshafen der Kriegs- und Nachkriegszeit:

http://www.drs.de/index.php?id=9403

Tanzkurse habe er organisiert für die Jugend, misstrauisch beäugt von „den alten Jungfern“, versichert der Monsignore, der selbst als talentierter Tänzer galt.

Pfarrer Otto Beck verstorben

Die Schwäbische Zeitung meldet den Tod von Pfarrer Otto Beck (* 1932 in Leutkirch; † 2007 in Wangen).

Otto Beck

In seiner Heimat Oberschwaben wurde der studierte Theologe und Volkskundler bekannt durch sein Engagement für das religiöse Brauchtum (z. B. für den „weltberühmten“ Erntedankteppich in seiner geliebten Kirche St. Oswald in Otterswang, wo er von 1965 bis 1999 als Pfarrer wirkte), aber auch durch regionalgeschichtliche, volkskundliche wie seelsorgerische Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, darunter allein über 9000 „Kalenderblätter“ für die Schwäbische Zeitung. Aber auch in Radio und Fernsehen waren unzählige, oft im eigenen Film- und Tonstudio in Otterswang produzierte Beiträge zur oberschwäbischen Kultur zu hören und zu sehen.

Durch seine 35 Kirchenführer begegnet sein Name dem Reisenden auf der Oberschwäbischen Barockstraße auf Schritt und Tritt. Seine umfangreiche Dissertation über Kloster, Konvent und Ordensleben der Reichsabtei Heggbach (Theol. Fak. d. Univ. Innsbruck 1978, erschienen Konstanz 1980, ISBN 3-7995-4028-8) ist das Standardwerk über diese Zisterzienserinnenabtei und wurde seither wohl von keiner Monographie eines einzelnen Autors über ein oberschwäbisches Kloster übertroffen.

Pfarrkirche St. Oswald Otterswang
St. Oswald in Otterswang, langjährige Wirkungsstätte von Pfarrer Otto Beck

Becks Schriften bei der Deutschen Nationalbibliothek:
http://dispatch.opac.d-nb.de/DB=4.1/REL?PPN=121689301

Der SWB wirft verschiedene Otto Becks zusammen, aber die Liste enthält doch noch einige Schriften, die bei der DNB nicht verzeichnet sind:
http://pollux.bsz-bw.de/DB=2.1/SET=2/TTL=31/PPN?PPN=160215242
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Oberschwäbische Mannigfaltigkeiten

Historisch-litterarisch-bibliographisches Journal der schönen Wissenschaften und der freyen Künste

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Zuletzt aktualisiert: 3. Dez, 09:22