[>>]

Heraldik

Wappen in Ravensburg (7)

Bei eBay wird gerade eine nette alte Fotokarte von 1907 angeboten, die zwei Fußballer des "Ravensburgia FC" zeigt. Auf ihrem Trikot prangt die Ravensburger Wappenfigur.

Wappen in Ravensburg (6)

Bei eBay wird derzeit ein interessanter Artikel angeboten:



Solche Marken wurden bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts zum Versiegeln von Briefen verwendet. Der Ortsarmenfonds Ravensburg zentralisierte die zahlreichen Institutionen der Armenpflege der ehemaligen Reichsstadt (u. a. das städtische Spital) und hatte daher reichen Grundbesitz in Ravensburg und der Umgebung inne. Über dem Ravensburger Wappen schwebt hier eine Taube als Symbol des heiligen Geistes, wie schon auf dem ersten bekannten Spitalsiegel von 1287. Die letzten Reste des Vermögens des Ortsarmenfonds gingen 1997 in der neuen Stiftung Heilig-Geist-Spital auf.

Das Archiv des Armenfonds ist im Stadtarchiv zu finden, siehe Beständeübersicht.

Wappen in Ravensburg (5)

Zum ersten Mal in dieser Serie eine Kombination, die für die Freie Reichstadt typisch ist: das Stadtwappen und der Doppeladler, der den Kaiser und das Reich symbolisiert.

Diese zwei Wappen finden sich über dem der Kirchstraße zugewandten Nordportal des Waaghauses. Dort betritt heute das Haus, wer ein Konzert oder eine andere Veranstaltung im „Schwörsaal“ im 1. Stock besuchen will.

Wappen in Ravensburg (4)

oder besser gesagt: Kein Wappen in Ravensburg, Teil 1.

Wie omnipräsent und beliebt das Stadtwappen in Ravensburg ist, wird im Laufe dieser kleinen Artikelserie mehr als deutlich werden. Nur die Stadtverwaltung, die übrigens als einzige das Wappen für alle Zwecke ohne jede weitere Genehmigung führen dürfte, nimmt mit einem stilisierten Mehlsack mit windschiefer Krone vorlieb:



Wie viele Verwaltungsbehörden hält es auch die Stadt Ravensburg für eine gute Idee, alle paar Jahre – für sicherlich nicht wenig Steuergeld – ein neues Logo zu bestellen und eine eigene Corporate Identity zu schaffen. Deshalb kommt kein einziger zusätzlicher Unternehmer oder Tourist nach Ravensburg, und kein Bürger fühlt sich einen Deut ravensburgischer, als wenn man einfach die Marke verwenden würde, die seit hunderten von Jahren in Nah und Fern bekannt ist: das Stadtwappen.

Und was gibt es eigentlich schöneres und moderneres, um eine Stadt zu symbolisieren, als ein offenes Stadttor?

Wappen in Ravensburg (3)

Die Jodokskirche wurde vom Kloster Weißenau im 14. Jahrhundert als Filialkirche der ebenfalls weißenauischen Kirche St. Christina in der neuen Ravensburger Unterstadt erbaut und war dem Kloster bis zur Säkularisation 1802 „inkorpororiert“. Das heißt, dass jahrhundertelang Weißenauer Chorherrn dort Pfarrer waren und dass das Kloster die mit der Pfarrstelle und zwei Kaplaneien verbundenen Pfründen innehatte, also letztlich das vorhandene Geld einkassierte. Der Sprengel der Jodokskirche umfasste übrigens bei weitem nicht die ganze Unterstadt, sondern nur einige Straßenzüge.

Bauherr des barocken Pfarrhauses von 1753 war somit der Abt des Klosters Weißenau. Über der Hofeinfahrt an der heutigen Eisenbahnstraße verewigte sich daher Anton I. Unold (Abt 1724–1765) mit seinem Abtswappen.

Wappen am Pfarrhaus St. Jodok

Wappen in Ravensburg (2)

Am Giebel des Konzerthauses (erbaut 1897 von den Wiener Architekten Fellner & Helmer) ordnet sich das Stadtwappen ganz der überbordenden, neobarocken Dekoration unter, die von Fabelwesen und Lyra bekrönt wird.

Wappen in Ravensburg (1)


In loser Folge möchte ich Wappen kurz vorstellen, die im Ravensburger Stadtraum zu sehen sind. Zumeist sind das Abbildungen des altehrwürdigen Ravensburger Stadtwappens, aber auch anderes wird sich darunter finden.

Den Beginn macht das „Logo“ dieses Blogs (Abb. rechts oben), das mit dem Stadtwappen die „städtischen“ und mit dem Engelchen quasi die „katholisch-ländlichen“ Aspekte der Region verkörpert.

Zu finden ist diese ungewöhnliche Kombination am Hauptportal der Jodokskirche in der Ravensburger Unterstadt. Das in Details wie unserem Wappenengelchen etwas zu verspielte Portal, das zum extrem schlichten Rest der Kirche nicht sonderlich gut passt, wurde in der heutigen Form 1904 errichtet.

Portal der Pfarrkirche St. Jodok
logo

Oberschwäbische Mannigfaltigkeiten

Historisch-litterarisch-bibliographisches Journal der schönen Wissenschaften und der freyen Künste

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Mevlana-Moschee
Ravensburg kann stolz darauf sein, anti-islamische,...
Ladislaus - 3. Dez, 09:22
Wunderwürckender...
Google und die Bayerische Staaatsbibliothek haben ein...
Ladislaus - 24. Nov, 15:51
Einige Gedichte Wagemanns...
Einige Gedichte Wagemanns sind in folgender Anthologie...
Ladislaus - 17. Nov, 19:43
Verwirrung am Rutenfest
Nichts gegen den Blick von außen, aber irgendein...
Ladislaus - 12. Nov, 13:01
Ravensburg 1792
Die erste gedruckte längere Beschreibung von Ravensburg...
Ladislaus - 8. Okt, 21:41

Twitter

Suche

 

Status

Online seit 447 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 3. Dez, 09:22