Architektur und Kunst

Bilder aus dem Augsburger Domkreuzgang

Bilder aus dem Augsburger Domkreuzgang mit besonderem Augenmerk auf die heraldischen Denkmäler gibt es jetzt bei den Wikimedia Commons:

https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Cloister_of_Augsburg_Cathedral?uselang=de

(man beachte vor allem die Unterkategorien)

Oberschwäbische Krippenreise (8): Gutenzell

Der Dreikönigstag ist ein Höhepunkt in der Krippensaison, denn dann werden in manchen Kirchen und Häusern erst die drei Könige und ihr Gefolge aufgestellt. Die Szenen der prächtigsten alten oberschwäbischen Krippe in Gutenzell werden allerdings seit den 1950er Jahren simultan ausgestellt, so dass man in der gesamten Zeit von Weihnachten bis Lichtmeß dort sieben Szenen betrachten kann.

Die Krippe des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters Gutenzell im Landkreis Biberach geht auf das Jahr 1704 zurück, als eine Dreikönigskrippe erstmals in der Klosterkirche aufgestellt wurde. Sie wurde über die Jahre deutlich erweitert, so dass heute rund 100 Figuren gezeigt werden können. Die Hochzeit zu Kana und die barocken Läuferengel, deren Gewänder an barocke Opernkostüme erinnern, stammen etwa aus den Jahren 1750 bis 1755. Die Kindermord-Szene stammt noch vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Von 1826 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Krippe eingelagert. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie wiederentdeckt und wieder aufgestellt. Ausgerechnet die Heilige Familie der Hirtenszene war unauffindbar, so dass man andere Figuren als Maria und Josef bekleidete und ein neues Jesuskind schnitzte. 1950-1952 wurden die Figuren und Textilien im Württembergischen Landesmuseum restauriert. Die heute gezeigten Gebäude stammen aus dieser Zeit.

1. Anbetung der Hirten:





2. Anbetung der Könige:







3. Flucht nach Ägypten:



4. Kindermord zu Bethlehem:





5. Darbringung im Tempel:





6. Die heilige Familie in Nazareth:





7. Die Hochzeit zu Kana:



Oberschwäbische Krippenreise (7): Weingarten

Das Pendant zur zuletzt gezeigten Weißenauer Kulissenkrippe steht in der Basilika Weingarten. Die Brettfiguren stammen ebenfalls von Johann Georg Messmer. Sie wurden wohl 1774 für die Pfarrkirche St. Maria in Altdorf geschaffen. Die Kirche wurde 1818 abgerissen, und die Krippe wanderte in die Basilika. Die dazugehörigen Gebäudeteile wurden entweder noch vor dem 2. Weltkrieg zerstört, oder waren – nach anderen Angaben – in den 1950er Jahren wurmstichig geworden und wurden damals im Unverstand beim Osterfeuer verbrannt. Seit einigen Jahren werden wengistens die Figuren wieder gezeigt, in wechselnden Szenen im Erdgeschoss des Südturms (nach dem Eingang in die Basilika gleich rechts). Hier die Anbetung der Hirten:



Einen Eindruck von der Ausstattung der ehemaligen Altdorfer Pfarrkirche zu gewinnen, ist immer noch möglich, aber muss man ein bisschen herumreisen. Der Orgelprospekt ist in Meckenbeuren-Kehlen zu finden, der Hochaltar in Friedrichshafen-Kluftern. Apostelfiguren sind in der Pfarrkirche Markdorf erhalten, und zwei Epitaphe aus der Kirche sind noch am alten Standort der Kirche auf dem Kreuzbergfriedhof in Weingarten zu finden.

Bilder siehe http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Ehemalige_Pfarrkirche_St._Maria_%28Altdorf-Weingarten%29

Oberschwäbische Krippenreise (6): Weißenau

Die Klosterkirche Weißenau beherbegt ein lange vergessenes Kleinod: die 1776 von Johann Georg Messmer gemalte barocke Kulissenkrippe. Sie sieht aus wie ein riesiges Spielzeugtheater, die Figuren sind auf flache, ausgesägte Bretter gemalt. Ähnliches gibt es in der Region nur noch in der Basilika Weingarten (auch von Messmer, dort sind allerdings nur noch die Figuren erhalten, nicht das Gebäude) und – mit anderem Motiv – in Altshausen, wo ein noch großartigeres Heiliges Grab inzwischen das ganze Jahr ausgestellt wird. Zu fotografieren ist die Krippe nur schwer, denn der Lichteinfall ergibt unschöne Spiegelungen, wie man das von Gemälden leider kennt. Um so eher ist sie einen Besuch wert, bzw. mehrere, denn mehrere Szenen werden im Wechsel auf der Bühne aufgestellt.










Oberschwäbische Krippenreise (5): Museum für Klosterkultur Weingarten

Im Museum für Klosterkultur in Weingarten gibt es neben vielen anderen religiösen kunsthandwerklichen Kleinoden auch ganzjährig mehrere Krippen zu bewundern.

Zunächst möchte ich zwei Krippen aus der Künstlerfamilie Sohn vorstellen. Hier eine Krippe mit Terrakotta-Figuren von Franz-Josef Sohn, wie er sie um 1780 in Kümmerazhofen bei Bad Waldsee hergestellt hat (im Museum werden Repliken gezeigt):



Sein Sohn Anton Sohn zog mit der Werkstatt nach Zizenhausen bei Stockach, und seither sind diese Figuren als „Zizenhausener Terrakotten“ bekannt. Neben Krippen stellte er auch einen Totentanz und viele Genreszenen in diesem Medium dar. Eine frühe Form des Nippes fürs Biedermeier-Wohnzimmer. Hier eine Krippe von Anton Sohn aus der Zeit um 1830 (ebenfalls Repliken):



Eine schöne alte Krippe aus Oberschwaben (um 1750) wird in einem Glasgehäuse vom Ende des 19. Jahrhundert gezeigt:



Im Museum gibt es noch mehr Krippen, darunter eine 1989-1998 in Eggmannsried entstandene, recht umfangreiche mit Wachsfiguren mit Textilien im barocken Stil. Die Wachsteile stammen von Gundi Asanger, die Schnitzarbeiten und Kulissen von Horst Schubert, die Bekleidung von Jürgen Hohl und die Malerei von Jürgen Frankenhauser-Erlitz. Die Krippe enthält zahlreiche Szenen aus der Weihnachtsgeschichte und der Kindheit und frühen Wirkungsgeschichte Jesu, wie sie aus den barocken Klosterkrippen bekannt sind. Als Beispiel hier der „Bethlehemtische Kindermord“, die „Hochzeit zu Kana“ und die „Taufe Jesu durch Johannes den Täufer“:







Website des Museums: http://www.weingarten-online.de/servlet/PB/menu/1257863/index.html

Achtung! Ausgerechnet zwischen Weihnachten und Neujahr ist das Museum geschlossen. Aber dafür hat es sonst an allen Wochenenden auf, und zur Weihnachtszeit gibt es ja in den Kirchen der Umgebung wahrlich genug Krippen zu sehen.

Oberschwäbische Krippenreise (4): Krippenmuseum Oberstadion

Das Krippenmuseum in Oberstadion im Alb-Donau-Kreis kann man das ganze Jahr über besuchen. Es zeigt eine wunderbare Dauerausstellung und eine Sonderausstellung ausländischer Krippen mit jährlich wechselndem geographischem Schwerunkt. In der Saison 2014/15 sind das "123 Weihnachtskrippen aus 21 Ländern Afrikas“.

Hier möchte ich eine zwar ganz neue, aber wirklich sehr gut gemachte Krippe neapolitanischer Art aus der Dauerausstellung vorstellen. Claudio Mattei, Rossella Lolli und Umberto Palazzo haben sie 2013 nach Vorbildern des 18. Jahrhunderts angefertigt. Das dazu im Museum gezeigte Video ist sehr informativ. Ich kenne in dieser Art in Deutschland sonst nur die großen neapolitanischen Krippenszenen im Bayerischen Nationalmuseum. Schön, dass es auch in Oberschwaben jetzt ein Anschauungsbeispiel gibt.

Zunächst eine Übersicht und die eigentliche Krippenszene (die zugegebenermaßen hier eher zur Nebensache wird):



Der Engelchor ist hier besonders spektakulär inszeniert, auch die Könige sind prachvtoll gewandet:



Das Besondere an der Krippe sind die neapolitanischen Genreszenen. Hier ein Mandolinenspieler und ein Tisch mit Pasta-Essern:



Mehr Details der gezeigten Krippe gibt es unter https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Neapolitanische_Krippe_%28Krippenmuseum_Oberstadion%29

Mehr Krippen aus dem Museum sind zu sehen unter https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Krippenmuseum_Oberstadion

Und die Website des Museums mit Besucherinformationen findet sich unter http://www.krippen-museum.de

Oberschwäbische Krippenreise (3): Spitalkapelle Wangen

In der Spitalkapelle in Wangen im Allgäu steht eine Krippe aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die kleinen Figuren wurden von Vinzentinerinnen angefertigt. Seit der Renovierung 2002 erstrahlt die Krippe in neuem Glanz. Die Krippe zeigt viele verschiedene Szenen der Weihnachtsgeschichte und des frühen Wirkens Jesu.



Es beginnt mit der Verkündigung an Maria:



Eine in Krippen sehr seltene Szene ist die Volkszählung im jüdischen Land:



In Bethlehem angekommen, die bekannte Szene mit der Heiligen Familie und dem Neugeborenen im Stall:



Die Hirten und Könige dürfen natürlich auch nicht fehlen:





Volkstümliche Beifügungen wie ein Kirchlein und verschiedene Handwerker ergeben ein heimeliges Bild:



Jesus wird (nach dem Lukas-Evangelium) noch als kleines Kind im Tempel dargebracht:



Nach dem Matthäus-Evangelium befiehlt König Herods den bethlehemitischen Kindermord, und die Heilige Famiilie flieht nach Ägypten:



Nach Herodes Tod kehren die Flüchtlinge wieder zurück. Der zwölfjährige Jesus beeindruckt die Schriftgelehrten im Tempel :



Zu guter Letzt vollbringt Jesus bei der Hochzeit zu Kana sein erstes Wunder und verwandelt Wasser in Wein. Schon durch das festliche Motiv wurde diese Geschichte seit dem Barock besonders gerne und prächtig als Krippenszene umgesetzt. Musikanten und reichhaltiges Essen (oder zumindest Geschirr) dürfen nicht fehlen. In Wangen steht die Szene etwas abseits auf einem eigenen Krippenberg.

Oberschwäbische Krippenreise (2): St. Christina

In der Pfarrkirche St. Christina über den Dächern von Ravensburg sind die ältesten erhaltenen Krippenfiguren in Baden-Württemberg zu bewundern.

Die Figuren wurden im 17. Jahrhunderts geschaffen und könnten aus dem Kloster Weißenau stammen. Genau weiß man das nicht. Aufgrung der meisterlichen Schnitzkunst gilt aber als sicher, dass es sich nicht etwa um Volkskunst, sondern um Werke einer großen Bildhauerwerkstatt der Zeit handelt – zu denken wäre etwa an die Bildhauerfamilie Zürn in Waldsee bzw. Überlingen.

Dass die Krippe in einem relativ neuen und etwas aufdringlich gestalteten Stall aufgestellt ist, verstellt etwas den Blick auf die Innigkeit der für eine Kirchenkrippe relativ kleinen Figuren:



Die Figuren wirken zumindest auf Fotos daher erst in der Detailansicht. Besonders gelungen ist der Hirte mit dem Schaf auf den Schoß.





Meine Bilder sind übrigens leider farblich nicht sehr gelungen. Grund genug, mal wieder den Weg auf den Berg aufzunehmen und sich an besseren Fotos zu versuchen. Wie üblich bis an Lichtmeß (2. Februar) ist die Krippe zu den üblichen Öffnungszeiten dort zu sehen.

Oberschwäbische Krippenreise (1)

In den nächsten Tagen möchte ich hier Weihnachtskrippen aus der Region vorstellen. Von Barock bis Moderne wird alles dabei sein, vornehmlich aus den Kirchen und Klöstern Oberschwabens.

Heute am Heiligen Abend hat in vielen Familien die Hauskrippe ihren großen Auftritt. Daher beginne ich die kleine Reihe mit zwei solchen Krippen aus eigenem Familienbesitz.

Die erste hat mein Urgroßvater wohl um 1900 herum gekauft, eine typische Krippe der Zeit, in prächtiger Ausführung. Die Figuren sind etwa 13–17 cm hoch, aus einer gipsartigen Masse gefertigt und bunt bemalt. In den 1980er Jahren wurden die Figuren restauriert, da sie mit der Zeit doch etwas gelitten hatten und viele unschöne Abplatzungen das Gesamtbild störten. Das Gebäude harrt noch einer Renovierung...

Maria und Josef sind kniend im Gebet dargestellt, und das neugeborene Jesuskind ist wohl eher im Vorschulalter. Besonders schön finde ich den knienden alten Hirten und den stehenden jungen Hirten mit dem Dudelsack. Die drei Könige sind in prachtvolle Gewänder gehüllt und werden von einem riesigen Elefanten begleitet. (Ein Klick auf die Bilder öffnet jeweils eine größere Ansicht.)







Die zweite Krippe wurde im Jahr 1969 im Kunsthandwerkhandel in Ravensburg gekauft und ist aus einer Art Kunstharz hergestellt. Leider sind die Figuren (ebenfalls etwa 13–17 cm hoch) zerbrechlich, so dass die Beine von Ochs und Esel schon mehrfach geklebt werden mussten. Diese Krippe stand in meiner Kindheit unter unserem Christbaum, und ich mag sie immer noch sehr gern. Ich finde die Gestaltung ausdrucksstark und unkitschig, was bei Krippen der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts doch eher selten ist. Leider kenne ich den Namen des Gestalters nicht. Die heilige Familie ist als fürsorgendes Elternpaar mit einem echten Säugling dargestellt. Die drei Könige haben hier ein Kamel dabei, das sich bereits zur Ruhe gelegt hat und von einem Jungen im Schneidersitz bewacht wird.



Weltkunst auf dem Dorf

Die Kirchengemeinde Wolpertswende stellt noch bis 29. Juni 2014 unter dem Titel "Weltkunst auf dem Dorf" ihre beiden romanischen Kruzifixe aus dem frühen 12. Jahrhundert in der Pfarrkirche St. Gangolf aus. Auch danach bleibt das Gangolfkreuz (rechts) ausgestellt. Die Kirche ist täglich tagsüber geöffnet.

http://www.westliches-schussental.de/index.php?id=37



Wolpertswender Bronzekreuz Gangolfskreuz
logo

Oberschwäbische Mannigfaltigkeiten

Historisch-litterarisch-bibliographisches Journal der schönen Wissenschaften und der freyen Künste

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Im glad I now registered
Really....this is a handy webpage.
4rx (Gast) - 9. Apr, 08:30
Novel Dewasa | Cerita...
very interesting article and contain useful information....
novelhot - 28. Jan, 01:30
Aufsätze zum Kloster...
Archivalia vermeldet, dass folgende Aufsätze zu...
Ladislaus - 6. Dez, 14:16
Papiermodelle aus Wangen
Modelle der Stadttore und des Rathauses von Wangen...
Ladislaus - 12. Sep, 16:03
RV-Abenteurer
Bei https://www.facebook.com/y elloworldadventures/...
Ladislaus - 12. Jul, 17:56

Twitter

Suche

 

-

Status

Online seit 3205 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 9. Apr, 08:30

Architektur und Kunst
Bücher und Bibliotheken
Heraldik
In eigener Sache
Internet
Kuriosa
Museen
Personen
Rutenfest
Stadt und Land
Veranstaltungen
Zeitschriften
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren