[>>]

Zeitzeuge: Monsignore Robert Mayer

Der 93jährige ehemalige Ravensburger Stadtpfarrer und Dekan erzählt, vor allem aus dem Friedrichshafen der Kriegs- und Nachkriegszeit:

http://www.drs.de/index.php?id=9403

Tanzkurse habe er organisiert für die Jugend, misstrauisch beäugt von „den alten Jungfern“, versichert der Monsignore, der selbst als talentierter Tänzer galt.

Nachtrag 2010 zu diesem Hinweis aus dem Jahr 2009:

Am 7. Februar 2010 ist Monsignore Mayer im Alter von 94 Jahren in Friedrichshafen verstorben. (Artikel in der Schwäbischen Zeitung.)

Orgelvandalismus in Oberschwaben

Raus mit dem alten Kruscht – von Orgel-Banausen, ein bedrückender Text von Wolfgang Manecke auf den Seiten des Vereins "Historische Orgeln in Oberschwaben".

Auch für die Kahlschlagaktion im historistischen Schmuckkästchen in Wolpertswende findet er die richtigen Worte:

Vor kurzem wurde in der Pfarrkirche St. Gangolf, Wolpertswende (Landkreis Ravensburg) eine neue mechanische Schleifladenorgel mit II/P 17 – darunter drei Zungenregister – eingeweiht. Die Vorgängerorgel hatte die Werkstatt Reiser aus Biberach 1931 auf pneumatischen Kegelladen erbaut. Der künstlerisch sehr schön gestaltete Prospekt passte ausgezeichnet in das 1928 neu ausgestattete Langhaus.

Wie üblich hatte die Kirchengemeinde ihre ungeliebte pneumatische Orgel verkommen lassen. Regelmäßige Pflege? Fehlanzeige. Natürlich war das Instrument in den letzten Jahren seiner Existenz praktisch unspielbar. Was tun man in solchen Fällen in einer oberschwäbischen Dorfkirche? Restaurieren? Nein danke. Raus mit dem alten Kruscht! Rein mit einer neuen Orgel, deren drei Zungenregister sicherlich regelmäßig gestimmt werden.

Wetten, dass nicht?

Nur noch ein paar großformatige Farbfotos erinnern an den dekorativen Denkmalprospekt.


Der komplette Text hier: http://historische-orgeln-oberschwaben.de/pages/neuigkeiten--spieltisch.php

Wolpertswende
Der zerstörte Prospekt der alten Orgel in Wolpertswende (Bild von 2006).

Wolpertswende
Die Empore im Januar 2010.

Nachtrag (28. Januar 2010): Die Reiser-Orgel (Werk und Gehäuse) von Wolpertswende befindet sich jetzt in der Hauskapelle der Hazienda eines ehemaligen Wolpertswenders in Mexiko.

Das philosophische Café

findet unregelmäßig in der Stadtbücherei Ravensburg statt:

http://www.philosophisches-forum.de/Philosophische_Cafes/Cafes_nach_Orten/Ravensburg/ravensburg.html

Biberacher heimatkundliche Zeitschriften online

Die Gesellschaft für Heimatpflege in Stadt und Landkreis Biberach stellt „Volltexte“ ihrer Zeitschriften ins Netz. Das ist grundsätzlich sehr begrüßenswert.

Die technische Umsetzung ist allerdings nicht durchgehend gelungen. Die langen PDFs sind unhandlich und schlecht verlinkbar, allerdings sehr bequem bei Volltextsuchen. Dass nur der Text und keine Bilder vorhanden sind, schränkt die Benutzung außerdem sehr ein, die fehlenden Seitenzahlen, Quellen, Literaturverzeichnisse machen die Texte leider nicht für Zitate geeignet. Dass das PDF-File bis an die Zähne bewehrt daherkommt und weder ausgedruckt noch per Copy-and-Paste verwendet werden kann, ist unsympathisch, stellt aber für technisch Versierte wohl kaum eine Hürde dar.

Zur Recherche und für eine erste Lektüre sind die Dateien hilfreich. Sinnvoller (und für die Sichtbarkeit und damit Vereins-PR im Web ungleich besser) wäre eine HTML-Version der Artikel gewesen, mit hinterlegtem Scan für wissenschaftliche Zwecke.

Der Link: http://www.gfh-biberach.de/Zeitschriften.htm

Im einzelnen handelt es sich (Stand Januar 2009) um:

Zeit und Heimat (1924–1938), Beilage des "Anzeigers vom Oberland" – Ausgabe Biberach
noch nicht online

Zeit und Heimat (1954–1978), Beilage der "Schwäbischen Zeitung" – Ausgabe Biberach
bereits digitalisiert als ein großes PDF mit 368 Seiten:
http://www.gfh-biberach.de/_private/ZUH-Digital%20_1954%20-%201978_.pdf

BC – Heimatkundliche Blätter, seit 1978
1. Jg. (1978) - 8. Jg. (1985) bereits digitalisiert als ein großes PDF mit 354 S.:
http://www.gfh-biberach.de/_private/BC-Digital%20_1978%20-%201985_.pdf
ab 9. Jg. noch nicht online

Stadtpfarrkirche St. Martin, Biberach

BC 2009/2

Der Inhalt des Hefts 2009/2 der Zeitschrift "BC Heimatkundliche Blätter für den Kreis Biberach" bleibt noch nachzutragen:
  • Kurt Diemer: Die Biberacher Familie Schönfeld – über den Maler Johann Heinrich Schönfeld, insbesondere aber die Arbeiten der 15 Goldschmiede dieser Familie
  • Andrea Riotte: „Anno 1609 Jar, da han die Bapisten ein newen Brauch angefangen“. Festvortrag zum 400-jährigen Bestehen der heutigen Ehrengarde. Zugleich ein historischer Abriss über dei Biberacher Fronleichnamsprozession seit 1609 – mit vielen interessanten Details aus den Konfessionsstreitereien um 1600
  • Hans Eberhardt: Was geschach im Lonetal (II). Einheimische setzen erste Zeichen! – über Kleinplastiken aus der Altsteinzeit
  • Judith Seifert: „und kamen die bösen Wiber“. Frauen im Bauernkrieg: Sturm auf Heggbach – 1525
  • Karl Werner Steim: Raubmord in Langenenslingen – Letzte Hinrichtung in Hohenzollern – 1817
  • Franz Schlegel: Die Aeolsharfe oder: Triumph der Musik und Liebe. Romantische Oper des Biberacher Komponisten Justin Heinrich Knecht (1752–1817)
  • Otto Minsch: Entstehung und Entwicklung der Besiedlung in Schussenried am Bahnhof
  • Josef Erath: Religiöse und kulturelle Bedeutung der Glocken – kurze, populäre Darstellung
  • Hans Hutzel: Der hydraulische Widder, eine (fast) vergessene Technik
  • Michael Elsner: Denkmalpflege
  • Thomas Schreiner: Veröffentlichungen

Gebhard Fugel

Da der in Oberzell geborene Maler Gebhard Fugel im Jahr 1939 verstorben ist, sind mit dem 1. Januar 2010 die Urheberrechte an seinen Werken abgelaufen.

Einige Werke wurden schon bei den Wikimedia Commons hochgeladen, noch viel mehr sollten in diesem Jahr folgen.

In der näheren Umgebung sind Fugels Werke zu bewundern in der Liebfrauenkirche in Ravensburg (Fresken im Chor), der Pfarrkirche in Oberzell (ein Gemälde) und in der Pfarrkirche in Obereschach (Fresken). Fugel-Fans sollten im Landkreis auch die Pfarrkirche in Bad Wurzach-Hauerz (monumentale Deckenfresken) und die Stadtpfarrkirche in Wangen St. Martin (umfangreicher Freskenzyklus zum Leben des Kirchenpatrons) besuchen. Auch im Kirchlein auf dem Gebhardsberg in Bregenz sind Deckenfresken aus Fugels Hand erhalten. Für eine etwas weitere Wallfahrt empfiehlt sich das 1140 Quadratmeter große Panoramagemälde der Kreuzigung Jesu in Altötting, für dessen Präsentation dort ein eigenes Gebäude errichtet wurde.

http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Gebhard_Fugel

Gebhard Fugel: Selbstporträt, um 1912

Freiburger Diözesan-Archiv

Archivalia vermeldet die Digitalisierung der landes- und kirchengeschichtlichen Zeitschrift „Freiburger Diözesan-Archiv“ an der Universität Freiburg. Gescannt wurden einstweilen alle Jahrgänge von 1865 bis 2004.

Hier der Link zum Dokumentenserver:
http://www.freidok.uni-freiburg.de/schriftenreihen_ebene2.php?sr_id=22&la=de

Dieses Angebot ist inhaltlich phantastisch, aber wegen fehlender Navigation und Suchmöglichkeiten leider überhaupt nicht benutzerfreundlich.

Abhilfe schafft ein Gesamtverzeichnis aller Aufsätze bei Wikisource:
http://de.wikisource.org/wiki/Freiburger_Diözesan-Archiv

Naturgemäß sind in den tausenden von Seiten viele Artikel über Konstanz, Meersburg, Salem und die restliche badische Bodenseeregion sowie Hohenzollern enthalten. Aber auch der restliche Bodensee und das württembergische Oberschwaben kommt in der historischen Zeitschrift der Nachbardiözese nicht zu kurz, Beispiele:
  • Baumann, Ludwig: Die Reichsstadt Wangen vorrübergehend protestantisch [1552], Bd. 8 (1874)
  • Baur, Ludwig: Geschichte des kirchlichen Pfründewesens in der Reichsstadt Buchhorn, Bd. 53 (1925), 54 (1926) und 58 (1931)
  • Kasper, Alfons: Das Reichsstift Schussenried im Kampfe gegen die Aufklärung und Josefinische Reformen, Bd. 75 (1955)
  • Knöpfler, Alois: Beiträge zur Pfarrgeschichte der Stadt Ravensburg, Bd. 12 (1878)
  • Kopf, Paul: Der Blutfreitag 1937 in Weingarten mit Festpredigt von Erzbischof Conrad Gröber, Bd. 110 (1990)
  • Merk, Gustav: Der Pfeffertag in Ravensburg : ein Beitrag zu Geschichte des öffentlichen Armenwesens, Bd. 33 (1905)
  • Wenzel, Elke: Erste Einblicke in das Skriptorium der Abtei Weißenau, Bd. 114 (1994), S. 77-88
  • Willburger, August: Die Säkularisation und die Aufhebung der Prämonstratenserklöster in Württemberg, Bd. 55 (1927), S. 259-294
  • Zierler, Peter Bapt.: Das Kapzuinerkloster in Lindau und die konfessionellen Wirren zu seiner Zeit : 1630 - 1649, Bd. 32 (1904), S. 168-231

Amtzell soll noch schöner werden

Es dauerte fast drei Monate nach der Sendung vom 26. September 2009, bis mir jemand von dem Auftritt der Amtzeller in der sehr unvorteilhaft gealterten Traditionssendung „Verstehen Sie Spaß“ erzählte. Aber wer schaut auch schon ARD.

Im WWW habe ich den entsprechenden Ausschnitt hier gefunden: Video bei myvideo.de

Ulm und Oberschwaben Bd. 56 (2009)

Der neue Band 56 der Reihe "Ulm und Oberschwaben" enthält folgende Aufsätze:
  • Norbert Kruse. Ein spätmittelalterliches Ave-Maria-Gedicht in deutscher Sprache aus dem Kloster Weingarten
  • Hans Göggelmann: Die Stadt Ulm, Ulrich Tengler und Streitpunkte mit Herzog Georg dem Reichen von Bayern-Landshut in einem Strafverfahren 1493/94. Ein Beitrag zu 500 Jahre Tenglers Laienspiegel (1509)
  • Peter Blickle: Die Werte des Alten Europa
  • Werner Dobras: Hieronymus Harder und seine zwölf Pflanzensammlungen
  • Ulrich Ufer: Der Dreißigjährige Krieg in Oberschwaben. Drei Ego-Dokumente – u. a. über das Tagebuch des Hans Conrad Lang, dessen Online-Verfügbarkeit natürlich mit keinem Wort erwähnt wird
  • Shin Demura: Im Schutz der sicheren Stadt. Flüchtlinge in Ulm in der zweiten Hälfte des Dreißigjährigen Krieges
  • Hans Holländer: Ein Konversationsspiel. Das "Große Königs=Spiel" Christoph Weickhmanns
  • Hans-Eberhard Dietrich: "Die Schälke von Schalkstetten". Der Umgang mit abweichenden Glaubensmeinungen im Ulmer Territorium am Beginn des 18. Jahrhunderts
  • Markus Dewald: Die Welfensage – ein Historienspiel zur Fastnacht. Vom Klosterdrama zum bürgerlichen Schauspiel
  • Marie-Kristin Hauke: Ulmer Alltagsleben im Spiegel des Ulmer Intelligenzblattes 1752–1820
  • Rainer Loose: Ohne Viehzucht kein Ackerbau. Wilhelm I. von Württemberg und die Erneuerung der Landwirtschaft (bis ca. 1848 und mit Berücksichtigung Oberschwabens)
  • Markus Dewald: Nach der Natur gezeichnet und lithographiert. Das lithographische Werk Eberhard Emmingers (1808-1885)
  • Evamaria Popp: Und Gott weiß welches Schicksal dieser herrlichen Skulptur noch harret – in Ulm ist alles möglich. Friedrich Dirr (1841–1884), ein Ulmer Maler-Restaurator des 19. Jahrhunderts
  • Albert Haug: Die Technik-Geschichte der Marbacher Mühle bei Saulgau
  • 16 Rezensionen
Cover

Ulm und Oberschwaben. Zeitschrift für Geschichte, Kunst und Kultur
Im Auftrag des Vereins für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben e. V.
und der Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur e. V.
hrsg. v. Andreas Schmauder und Michael Wettengel
in Zusammenarbeit mit Gudrun Litz und Sarah-Maria Schober
432 Seiten, mit ca. 50 z. T. farbigen Abbildungen, 17 × 24 cm
Süddeutsche Verlagsgesellschaft im Jan Thorbecke Verlag
ISBN 978-3-7995-8042-7
Euro 29,80

Wappen in Ravensburg (8)

Ein ungewöhhnliches Wappen ziert die Grundschule in Oberzell. Über dem Eingangsportal (an der Ostseite) steht die Jahreszahl 1934, und darüber findet sich dieses Relief:

Wappenrelief an der Schule in Oberzell

Die untere Hälfte ist geteilt in das Ravensburger Stadtwappen und das Wappen des Klosters Weißenau mit den Schlüsseln des hl. Petrus und dem Schwert des hl. Paulus. (Das Weißenauer Klosterwappen lebt in der kommunalen Heraldik heute nur noch im Bodnegger Gemeindewappen weiter, während das Eschacher Ortschaftswappen als Hinweis auf das Kloster einen eher unspezifischen Abtsstab enthält).

Was der Baum in der oberen Hälfte des symbolisiert und für was das ganze Wappen überhaupt stehen soll (politisch? kirchlich?), habe ich noch nicht herausgefunden. Wer mehr dazu weiß, möge das bitte als Kommentar zu diesem Beitrag vermerken.
logo

Oberschwäbische Mannigfaltigkeiten

Historisch-litterarisch-bibliographisches Journal der schönen Wissenschaften und der freyen Künste

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Zeitzeuge: Monsignore...
Der 93jährige ehemalige Ravensburger Stadtpfarrer...
Ladislaus - 9. Feb, 18:05
Orgelvandalismus in Oberschwaben
Raus mit dem alten Kruscht – von Orgel-Banausen,...
Ladislaus - 28. Jan, 20:05
Das philosophische Café
findet unregelmäßig in der Stadtbücherei...
Ladislaus - 3. Jan, 11:43
Biberacher heimatkundliche...
Die Gesellschaft für Heimatpflege in Stadt und...
Ladislaus - 2. Jan, 18:28
BC 2009/2
Der Inhalt des Hefts 2009/2 der Zeitschrift "BC Heimatkundliche...
Ladislaus - 2. Jan, 12:21

Twitter

Suche

 

Status

Online seit 512 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 9. Feb, 20:41